29.03.2002:

Am Freitagmittag machten wir uns mit Zug und Bus auf zum Flughafen Hahn. Von hier aus wollten wir mit Ryanair nach Pisa weiterfliegen. Sehr kleiner Flughafen, aber über die Fluggesellschaft konnten wir uns wirklich nicht beklagen. Und offensichtlich (das fiel Daniel und mir gleichzeitig auf :o) .....) wird dort wirklich noch Wert auf adrettes Aussehen der Stewardessen gelegt. Auch sonst hat alles super geklappt, etwas Verspätung zwar, aber das war sicherlich nicht unser letzter Flug mit dieser Gesellschaft.

In Pisa angekommen, holten wir zuerst mal unseren Mietwagen ab, einen kleinen nagelneuen Ford KA. Nicht unbedingt unser Traumauto, allerdings sollte er sich später wg. seiner Größe noch als sehr praktisch erweisen.

Etwa eine Stunde von Pisa entfernt, in Montecatini Terme, hatten wir ein Hotelzimmer gebucht für eine Nacht. Das Imperial Garden war ein sehr nettes Hotel mit schönem Garten, etwas verblichene Eleganz, aber sehr freundliche Leute. Mein erster Tag in der Toskana, und ich war schon total begeistert.

Imperialgarden in Montecatini Therme

 

30.03.2002:

Am nächsten Tag zogen wir los, gestärkt mit Croissants, Brötchen, Nutella (leider kein echtes), Frühsücksei, Orangensaft und heißer Schokolade. Bevor wir aber die Gegend erkunden konnten, hieß es noch einkaufen, um uns mit den nötigsten Lebensmitteln einzudecken. Danach machten wir uns auf den Weg über viele Serpentinen nach Montecatini Alto, einem herrlichen Dorf oben in den Bergen mit wunderschönem Blick ins Tal. Genau so hatte ich mir die Toskana immer vorgestellt. Bei über 20° und Sonnenschein bummelten wir durch die Straßen. Überall standen Zitronenbäume mit herrlich gelben Zitronen. Gestärkt mit Riesenpizza (für gerade mal 5 Euro) machten wir uns dann weiter auf den Weg nach Florenz und von dort nach Ponte agli Stolle zu unserem Ferienhäuschen Celle - Daggi meinte, hier wäre das Ende der Welt:-) .

Dort erwartete uns die nächste Überraschung, denn unser Häuschen stand am Ende einer langen winzigen Straße, wunderschön direkt an einem kleinen See gelegen mit Entchen, einem Boot, Weidenbäumen, jeder Menge Zypressen, einem kleinen Swimming-Pool, Tischtennisplatten und drumherum lauter Weinbergen. Wir waren ganz begeistert!(die Unterkunft wurde gebucht bei ABV Italia)

Unser Ferienhaus Celle

 

31.03.2002:

Heute konnten wir endlich mal herrlich lange ausschlafen! Nach einem schnellen Frühstück mit Nutellabroten fuhren wir nach Greve und bummelten dort ein bißchen über den Marktplatz mit seinen hübschen Arkaden und Straßencafés mit netten Terassen oberhalb der Arkaden.

ToskanalandschaftWeiter ging es nach Montepulciano über herrliche Serpentinen mit immer wieder schönen Blicken ins Chiantigebiet sowie typischen Häusern (eins schöner als das andere) und Landschaften der Toskana. Dort besichtigten wir den ersten Dom; es sollten aber noch viele weitere folgen :o)

Auf einer kleinen Steinmauer aßen wir ein paar Wurstbrote unter den hungrigen Blicken eines Hundes, der ansonsten die ganze Zeit sehr gestreßt durch die Gegend lief.

Auf der Weiterfahrt machten wir die erste Bekanntschaft mit den italienischen Tankstellen, die offensichtlich nur mit Tankautomaten arbeiten, bei denen aber manchmal die Reihenfolge der Anleitung nicht ganz stimmt. Da es Sonntag war, mußten wir leider eine ganze Weile warten, bis Hilfe kam.... Anschließend fuhren wir nach Castiglione del Lago am Lago Trasimeno (und wer von Euch weiß jetzt, daß hier Hannibal die Römer geschlagen hat, indem er sie in einen Hinterhalt lockte...) mit sehr vielen Treppen. Wie aber eigentlich in jedem Ort in der Toskana. Hier schlenderten wir über einen Trödelmarkt und kauften uns ein paar leckere Biscottis. Die Besichtigung der Löwenburg Rocca del Leone hat leider nicht mehr geklappt, aber wir konnten sie uns noch von außen anschauen.

Abends gab es dann leider nur noch trockenes Brot, da das Gas für den Herd noch abgedreht war, so daß wir nicht kochen konnten. 

01.04.2002:

Für heute war eine Fahrt zur Insel Elba geplant. Die Fahrt noch Piombino (dort legt die Fähre ab) war schon ein Erlebnis, weil es so viel zu sehen gab. Wir fuhren querfeldein über Greve, Poggibonsi, Colle di Val d'Elsa, Volterra und Cecina Richtung Süden, eine herrliche Strecke mit toller Aussicht, wunderschönen Toskana-Häusern und immer wieder mitten durch trubelige Ortschaften hindurch.

Meer bei San VincenzoKurz hinter San Vincenzo machten wir einen kleinen Zwischenstop, um ans Meer zu spazieren. Das Meer - herrlich blau - und der Strand sind hier durch einen breiten Waldstreifen von der Strßen und den Autos abgetrennt. In Piombino diskutierten wir mit Händen und Füßen mit dem Parkwächter. Englisch ist hier wirklich nicht so verbreitet. Dadurch verpaßten wir dann die nächste Fähre. Ueberfahrt mit der Faehre nach ElbaDie Überfahrt nach Elba genossen wir dann eine Stunde später bei strahlendem Sonnenschein.

In Portoferraio erkundeten wir dann zu Fuß das Städtchen, da wir unser Auto in Piombino gelassen hatten. Portoferraio wirkt im Vergleich zum Rest der Toskana lange nicht so gepflegt und ordentlich, hat aber durchaus auch sehr reizvolle Ecken zu bieten. Und SEHR viele Treppenstufen. Wir sahen Napoleons Festung sowie sein Wohnhaus und viele typisch italienische Piazzas, aber leider kein einziges geöffnetes Restaurant, um hier mal richtig italienisch essen zu können.

So haben wir dann auf der Rückfahrt von Piombino (übrigens eine eher häßliche Industriestadt) in Cecina angehalten, da wir hier eine Restaurantempfehlung hatten. Als wir eine Italienerin nach dem Weg fragten, bot sie uns an, uns mit dem Auto hinzulotsen. Leider vergaß sie dabei ihr Licht einzuschalten, aber wir hoffen, daß sie es irgendwann noch bemerkt hat, denn es gelang uns während der ganzen Fahrt nicht, sie darauf aufmerksam zu machen. Das Restaurant erwies sich dann als eine sehr gemütliche kleine Trattoria, ganz urig und liebevoll eingerichtet, leider nur recht teuer, aber äußerst lecker. Ich wählte Tortelli, Daniel einen Fischteller. Für eine Woche konnte (oder besser mußte *g*) ich dann auch meine Aversion gegen Knoblauch unberücksichtigt lassen, da man diesen wirklich in allem Eßbaren findet.

Portoferraio auf Elba

 

02.04.2002:

Nachdem schon morgens ganz herrlich die Sonne schien, lies ich die Haustüre offenstehen, während Daniel noch im Bad war. GassePlötzlich vernahm ich ein Rascheln. Als ich daraufhin ins Wohnzimmer lief, sah ich gerade noch den Schäferhund des Hausbesitzers mit eingezogenem Schwanz und hängenden Ohren aus der Türe tapsen (mit SEHR schmutzigen Pfoten, wie man unschwer auf den Fliesen erkennen konnte), von wo er sich dann vorsichtig wedelnd nach mir umschaute. Ob er sich an unseren leckeren Schoko-Baci vergreifen wollte?

SienaAnschließend machten wir uns auf nach Siena. Siena ist eine wunderschöne mittelalterliche Stadt mit typisch italienischem Campo, einem außergewöhnlichen Rathaus mit hohem Turm (zu viele Treppen). In die Stadt selber gelangte man übrigens über mehrere Rolltreppen, was uns viel mühseliges Treppensteigen ersparte. Mitten in der Stadt, genauer in einer der vielen verwinkelten Seitenstraßen steht das marmorne Baptisterium, schon von außen herrlich anzusehen. Innen wirkt es dagegen fast klein mit gewaltigen, kunstvoll verzierten Säulen. Über wieder sehr viele Stufen geht es von dort aus weiter zum Dom, der auch sehr prächtig und mit vielen Kunstwerken versehen ist. Was man dort alles zu sehen bekommt, kann man mit wenigen Worten kaum beschreiben.Hinter der Kirche San Domenico hat man einen wunderschönen Blick auf die Stadt mit vielen kleinen, sehr liebevoll angelegten Gärtchen, vielfach in Terrassenform. Von der Kirche aus liefen wir weiter quer durch die Stadt mit vielen weiteren Sehenswürdigkeiten zurück zum Auto.

Auf dem Rückweg machten wir noch einen kurzen Abstecher nach Arezzo, wo wir in dem römischen Amphitheater auch endlich etwas essen konnten. Noch ganz kurz schauten wir bei der Kirche Santa Maria della Picve mit Piazza Grande und Palazzo del Tribunale vorbei, und dann ging es auch schon wieder zurück zu unserem Ferienhäuschen.

Hund des Verwalters Janusz

 

03.04.2002:

Eigentlich war für heute Bummeltag am See mit langem Ausschlafen angesagt. Da die Wetteraussichten für unsere letzten Tage in der Toskana aber nicht allzu toll waren, änderten wir unsere Pläne. Zunächst kauften wir aber noch beim Hausverwalter Janusz Wein und Öl aus eigener Herstellung. Der Hund war auch wieder da, heute aber gar nicht mehr so schüchtern.

Danach fuhren wir nach Castellina in Chianti, Daniels Urlaubsort 1998. Hier war es schon ziemlich windig, aber noch sonnig. Wir kauften Honig, besichtigten ein paar der ganz urigen Enotecas, aber die Weine dort waren leider alle nicht besonders günstig :-(.

Die Geschlechtertuerme von San GimignanoVon Castellina ging es weiter nach San Gimignano. Dort gab's dann erst einmal Cappuccino und heiße Schokolade auf der Piazza del Duomo. Wir besichtigten den Dom mit schönem Kreuzgang, bummelten gemütlich weiter zum Palazzo del Popolo und durch einen alten Torbogen weiter zur Piazza della Cisterna. Dort steht ein alter Renaissancebrunnen, dessen Travertinränder heute noch tiefe Spuren der Seile zeigen, mit deren Hilfe dort Wasser geholt wurde. - Steht so im Reiseführer, aber sehen konnte man es wirklich :o) Schließlich landeten wir bei einer alten Burgruine mit wunderschönem zugewachsenen Innenhof, wo herrliche Glyzinien blühte (und an dieser Stelle ein Dank an Gisela, denn jetzt wissen wir auch, daß diese herrlichen Glyzinien kein Flieder waren). Vom Burgturm aus (einem der vielen Geschlechtertürme in San Gimignano) hatte man dann auch einen tollen Blick auf die Stadt. So entdeckten wir auch den kleinen Weg mit (natürlich) vielen Treppen, der wieder nach unten in die Stadt führte. Wir machten uns gleich auf den Weg durch zahlreiche Olivenbäume und kleine, liebevoll angelegte Gärtchen zurück zum Auto. Alles in allem ein sehr schönes Unesco Weltkulturerbe.

Hinterhof in VolterraAnschließend fuhren wir weiter nach Volterra, das bekannt ist für seinen Alabaster. Das erste, was wir dort zu Gesicht bekamen, war allerdings eine Ziegenfamilie mit niedlichen kleinen Ziegen, die wir noch ein bißchen beobachteten, bevor wir uns auf den Weg in die Stadt machten. Hier konnten wir auch in einige Werkstätte einen Blick werfen und es gab natürlich sehr viele Geschäfte, die Gegenstände aus Alabaster verkauften. Aber mal abgesehen davon, daß die meisten davon unheimlich teuer waren, konnten wir uns vieles davon auch kaum in unserem Wohnzimmer vorstellen :o) Von der Stadtmauer aus entdeckten wir auch ein altes Amphitheater, das von oben noch sehr gut in seiner ursprünglichen Form erkennbar war. Auf dem Rückweg kamen wir noch an einer Baustelle vorbei, bei der ursprünglich die Straße erneuert werden sollte. Beim Graben war man dann 'versehentlich' auf altes römisches Mauerwerk gestoßen, weshalb die Bauarbeiten kurzfristig eingestellt wurden. Auch das ist Italien! Da wir in Volterra ein Cafe entdeckten, daß sehr günstig Baci verkaufte, haben wir uns erst einmal einen großen Vorrat davon zugelegt, von dem wir heute noch zehren. Beim Rückweg zum Auto haben wir uns dann noch ziemlich verlaufen, bis wir schließlich genau am anderen Ende von Volterra ankamen. Hier hatten wir dann allerdings noch sehr reizende Blicke auf kleine, liebevoll bepflanzte Gärten und Innenhöfe, verwinkelte Seitengassen und immer wieder eine herrliche Aussicht ins Tal.

 

04.04.2002:

Aufgrund des weniger tollen Wetters schliefen wir nochmal richtig lang aus und machten uns dann auf den Weg nach Florenz. Der erste Eindruck war durchaus positiv entgegen aller Aussagen in den Reiseführern. An der Straße Richtung Piazzale Michelangelo entlang blühte es herrlich und von oben hatte man (von dem etwas trüben Wetter abgesehen) eine tolle Aussicht auf die ganze Stadt. Wieder unten in der Stadt parkten wir das Auto vor dem Giardino Torrigiani und liefen von dort aus zum Ponte Vecchio. Florenz ist eine sehr trubelige Stadt mit natürlich sehr vielen Touristen, netten (aber sehr teuren) kleinen Boutiquen in engen Seitengässchen. Sehr beeindruckend fand ich den Ponte Vecchio mit seinen winzigen Läden, den gewaltigen Palazzo Vecchio und die Uffizien. Wir bummelten gemütlich (soweit dieser Begriff für eine Stadt wie Florenz passend ist) durch die Stadt und besichtigten natürlich auch den Dom und das daneben gelegene Baptisterium. Sehr interessant war auch die Krypta mit dem Fundament des ursprünglichen Doms.

Um Florenz für uns etwas streßfreier zu gestalten, hatten wir zwei Tage dafür eingeplant. Daher kauften wir gleich noch Karten für die Uffizien für den nächsten Tag, was sich noch als eine wirklich gute Idee erweisen sollte. In einem kleinen Cafe erstanden wir noch ganz leckere frische Cantuccini (und ich muß eigentlich nicht erwähnen, daß auch diese wieder sehr teuer waren) und liefen dann am Palazzo Pitti vorbei zurück zum Parkplatz und nach Hause, wo wieder frische Ravioli auf uns warteten.

 

Florenz im Dunst

 

05.04.2002:

An unserem letzten Tag in Celle standen wir zeitig auf, da entgegen unseren Vermutungen und den Aussagen des Wetterberichts wieder die Sonne schien. Wir frühstückten auf der Bank vor unserem Häuschen und genossen das schöne Wetter. Gegen mittag machten wir uns wieder auf den Weg nach Florenz. Dort bummelten wir durch die Markthalle und den angrenzenden Markt (Lederwaren, Sonnenbrillen, Kleidung etc.). Wirklich zum Kaufen luden die Preise allerdings nicht ein. In der Nähe des Doms gab es dann D A S EIS schlechthin, superlecker, unvergleichlich, habe noch nie auch nur annähernd so gutes Eis gegessen. Ich hatte Banane mit Mousse au Chocolate und Daniel hatte Bacio mit Mousse au Nutella. Daniel behauptet heute noch, ich hätte noch nie ein so zufriedenes Gesicht gemacht!

GlycinienNach diesem Gaumenschmauß kamen wir noch an Dante's Wohnhaus vorbei, bummelten durch verschiedene Ledergeschäfte und kleine Straßen. Aber wirklich zu empfehlen war aber Peruzzi, ein wirklich großer Laden (was man ihm von außen aber gar nicht ansieht), bei dem man vom Ledergeldbeutel bis zum Ledermantel wirklich alles bekommt. Hier haben wir auch zugeschlagen: Es gab einen Geldbeutel von Mandarina Duck und einen Gürtel aus Fellimitat für mich und eine Tasche von Diesel für Daniel. Das T-Shirt mit chinesischen Schriftzeichen und Jeansärmel und die kleine Umhängetasche mit aufgenähten Sonnenblumen mußte ich allerdings aus Kostengründen hängenlassen :o(

Danach begaben wir uns zu den Uffizien. Da wir schon Karten hatten, kamen wir praktisch ohne Schlangestehen durch. Etwas eigenartig fanden wir, daß beim Kartenkaufen am Vortag streng kontrolliert wurde, während sich beim Eintritt selber niemand mehr dafür interessierte, was wir in unseren Taschen hatten. Soviel zum Thema Sicherheit....! Für die zahlreichen Kunstwerke fehlte uns leider völlig der nötige Sachverstand (hier hätten wir Tobi dringend brauchen können), aber das Gebäude und die Werke ansich war schon unheimlich beindruckend, so daß sich der Weg dorthin auf alle Fälle gelohnt hat.

Anschließend ging es dann in einer abenteuerlichen Fahrt quer durch Florenz zur Autostrada. In der Innenstadt von Florenz fährt wirklich jeder wie er kann bzw. nicht kann. Zurück in Celle begrüßte uns noch ein letztes Mal der Hund des Hausbesitzers, mittlerweile schon etwas zutraulicher als bei unserer ersten Begegnung. Abends gab es ein letztes Mal frische Pasta (dieses Mal Tortellini) und danch machten wir uns ans Kofferpacken. Und obwohl wir es beide fast nicht geglaubt hatten, war auch das letztendlich geschafft. 

06.04.2002:

Heute mußten wir zeitig raus, aber das schöne Wetter lockte uns sowieso aus dem Bett. Nach der Wohnungsübergabe fuhren wir los nach Pisa. Allerdings fing es immer stärker an zu regnen, je näher wir Pisa kamen. In Pisa schüttete es dann richtig, wodurch sich überall sofort riesige Pfützen auf den unebenen Straßen bildeten. Wir fuhren trotzdem Richtung Piazza dei Miracoli und suchten einen Parkplatz, um wenigstens den Dom, das Baptisterium und natürlich den schiefen Turm zu sehen. Ein paar findige Afrikaner hatten hier die Notlage der Touristen erkannt und verkauften Schirme zu stolzen Preisen. Wer alles keinen Schirm dabei hatte, konnte man daran erkennen, daß erstaunliche viele Leute mit dem gleichen häßlichen rotkarierten Stockschirm unterwegs waren. Auch wir erstanden ein solches Exemplar, ließen es allerdings später in unserem Amsterdamer Hotelzimmer im Schrank hängen.

Für eine Turmbesichtigung reichte uns die Zeit leider nicht mehr, da die nächste Führung zu spät stattgefunden hätte. Aber der Turm selber war schon von unten sehr beeindruckend, so schief, daß man meinte, er müsse jeden Moment umfallen. Der Dom, wieder ganz aus Marmor, war reich und kunstvoll mit Formen und Figuren verziert (Zuckerbäckerstil, sagt Daniel). Daneben das Baptisterium, eigentlich mit einer einzigartigen Akustik, die aber bei dem Regen und der Menschenmenge leider nicht wahrzunehmen war.

Nachdem wir trotz Schirm ziemlich naßgeworden waren, beschlossen wir, zum Flughafen zu fahren. Dort gaben wir als erstes unseren Ford KA zurück und verbrachten die restliche Zeit essend und lesend in der Wartehalle des Flughafens. Gegen 16.20 Uhr ging es los Richtung Amsterdam mit Transavia, die übrigens abgesehen von einem kleinen Snack nicht wesentlich mehr Service bot als Ryanair.

In Amsterdam angekommen, nahmen wir den hoteleigenen Shuttle mit äußerst nettem Fahrer zum Crowne Plaza in der Nähe von Schiphol. Dort freuten wir uns über den freundlichen Empfang, bestaunten das große Hotelzimmer mit schickem Bad und entschieden uns beim Anblick der Speisekarte, bei Burger King im Flughafen zu essen :o) Da es danach schon spät war, wir aber am nächsten Tag noch ein bißchen durch Amsterdam bummeln wollten, machten wir es uns mit TV, Soda und Büchern in unserem großen Kingsize-Bed gemütlich.

Zufahrt zu CelleGarten und kleiner Pool von Celle

 

 

 

 

 07.04.2002:

Bahnhof von AmsterdamWas ein göttliches Frühstücksbuffet! Es gab Croissants, verschiedene Brötchen, Toast, Schokoladen-Brownies (hmmmmm......sehr lecker), Muffins, Fladenbrot, viele Obstsäfte, Schokolade, Butter, Becel, Eier in verschiedenster Ausführung, x Sorten Müsli, Schokostreusel, Honig, Nutella, Marmeladen in allen Variationen, Kartoffelsalate, Obst in Mengen, Joghurt, Milch, viel Käse und Wurst und noch warme Speisen. Ich habe bestimmt was vergessen. Wir haben wirklich geschlemmt! FahrraederVöllig überfüttert fuhren wir wieder mit dem Shuttle wieder zurück zum Flughafen und von dort zum Bahnhof.

Dort mußten wir dann ziemlich lange anstehen, um unser Gepäck abzugeben, was aufgrund der vielen zwielichten Gestalten, die dort herumlungerten, nicht ganz so angenehm war. Als wir die Koffer loswaren, ging es weiter zu einer Grachtentour durch Amsterdam, wo wir die Stadt bei Sonnenschein von ihrer schönsten Seite kennenlernen konnten. Anschließend bummelten wir durch Chinatown. Obwohl hier alles sehr lecker aussah und auch recht günstig war, war uns nach dem opulenten Frühstück doch nicht so richtig nach Essen zumute. Völlig neu für mich waren auch die vielen Drogendealer und -abhängigen, die ziemlich offensichtlich mit Drogen handelten, aber das gehört hier eben mehr oder weniger auch zum Stadtbild dazu.

So ließen wir unseren schönen Urlaub in der Toskana mit diesem Bummeltag in Amsterdam ausklingen und fuhren abends mit dem ICE zurück nach Köln, fest entschlossen, irgendwann wieder in der Toskana Urlaub zu machen und auch ein längeres Wochenende in Amsterdam zu verbringen.

 

Fahrraeder in Amsterdam